Kurz gesagt: Boxen oder Kickboxen entscheidet sich an einem einzigen Punkt: Im Boxen arbeitest du nur mit den Händen, im Kickboxen kommen Beine und Tritte dazu. Alles andere folgt aus dieser einen Entscheidung.
Beide Kurse gibt es bei uns in Aachen, beide funktionieren ohne Vorerfahrung, und beide bleiben im Stand. Trotzdem fühlen sich die ersten Monate sehr unterschiedlich an. Unten stehen die drei Unterschiede, die in der Praxis zählen, und danach eine ehrliche Einschätzung, wann welcher Kurs der falsche für dich wäre.
Unterschied 1: Womit schlägst du?
Boxen kennt vier Grundschläge: Jab, Cross, Haken und Uppercut. Das klingt nach wenig und ist der eigentliche Reiz. Weil das Arsenal klein ist, geht es sehr genau um Details: Körpermechanik, Distanzgefühl, Timing, Kopfbewegung wie Bob and Weave, Fußarbeit über Push Stepping und die Atemtechnik, bei der du beim Schlag ausatmest.
Im Kickboxen kommen Tritte, Kniestöße und Low Kicks dazu. Damit vervielfacht sich die Zahl der möglichen Kombinationen, und mit ihr die Zahl der Distanzen, die du im Blick behalten musst. Du lernst mehr Bewegungen, dafür brauchst du für jede einzelne länger, bis sie sauber sitzt.

Unterschied 2: Was lernt dein Körper?
Boxen schult Oberkörper, Rumpf und vor allem die Füße. Wer boxen kann, bewegt sich anders, auch außerhalb der Halle. Genau deshalb bringt Boxtraining in jeder anderen Disziplin etwas: im MMA, im Kickboxen, sogar im Bodenkampf beim Übergang vom Stand zum Boden.
Kickboxen fordert zusätzlich Hüfte, Beinkraft und Beweglichkeit. Wer nie gedehnt hat, merkt das in den ersten Wochen an der Hüfte. Das legt sich, aber es ist der Punkt, an dem Kickboxen am Anfang anstrengender ist als Boxen.
Unterschied 3: Wann trainiert welche Gruppe?
Praktisch entscheidet oft der Kalender. Beim Kickboxen in Aachen gibt es zwei getrennte Gruppen: Anfänger und Mittelstufe dienstags und freitags von 19:00 bis 20:30 Uhr, Fortgeschrittene und Kämpfer dienstags, donnerstags und freitags von 17:30 bis 19:00 Uhr. Du stehst in deiner ersten Woche also nicht zwischen Wettkämpfern.
Das Boxtraining läuft dienstags, donnerstags und freitags von 19:00 bis 20:30 Uhr. Beides sind Erwachsenenkurse ab 16 Jahren. Für Jugendliche gibt es eigene Gruppen im Jugendtraining: Kickboxing mittwochs und freitags, dazu Boxen Jugend mittwochs und donnerstags, donnerstags als Gruppe für Anfänger.
Boxen und Kickboxen im direkten Vergleich
| Worum es geht | Boxen | Kickboxen |
|---|---|---|
| Womit du arbeitest | vier Grundschläge: Jab, Cross, Haken, Uppercut | zusätzlich Tritte, Kniestöße und Low Kicks |
| Was der Körper lernt | Oberkörper, Rumpf und vor allem Fußarbeit | zusätzlich Hüfte, Beinkraft und Beweglichkeit |
| Die ersten Wochen | übersichtlich, weil das Arsenal klein ist | mehr Bewegungen, dafür länger je Technik |
| Trainingstage | dienstags, donnerstags und freitags | Einsteigergruppe dienstags und freitags |
| Einstiegsalter | ab 16 Jahren | ab 16 Jahren |
Stand der Trainingszeiten in Aachen.
Wann ist Boxen die bessere Wahl?
- Du feilst gern lange an wenigen Bewegungen, statt viel Neues zu sammeln.
- Du willst schnellere Reflexe und ein besseres Distanzgefühl.
- Du willst eine technische Grundlage, die du später in andere Disziplinen mitnimmst.
- Gewichtsreduktion und Fettverbrennung sind dein Ziel, und du magst kurze, harte Intervalle.
Boxen ist dagegen nichts für dich, wenn du Tritte lernen willst oder wenn dir vier Grundschläge nach sechs Wochen zu wenig Abwechslung sind.
Wann ist Kickboxen die bessere Wahl?
- Du willst den ganzen Körper einsetzen und möglichst viel Bewegungsvielfalt.
- Du suchst einen Einstieg, der ohne Vorkenntnisse sofort funktioniert, und trainierst gern an Schlagpolstern und Sandsäcken.
- Du willst Ausdauer und Schlagkraft gleichzeitig aufbauen.
- Du denkst darüber nach, später Richtung MMA weiterzugehen. Dann ist Kickboxen der direktere Weg.
Kickboxen ist dagegen nichts für dich, wenn du keine Tritte trainieren willst oder wenn du eine Einstiegsphase mit möglichst wenig Bewegungsauswahl brauchst, um den Kopf frei zu bekommen.
Eine Beobachtung aus der Praxis, die keine Empfehlung ersetzt, aber oft zutrifft: Wer ungeduldig ist und viel Neues braucht, bleibt im Kickboxen länger dabei. Wer die Ruhe hat, dieselbe Bewegung hundertmal zu wiederholen, findet im Boxen schneller einen Zugang. Das hat weniger mit Talent zu tun als mit Temperament.

Was haben beide gemeinsam?
Der Ablauf einer Einheit ist in beiden Kursen derselbe: Aufwärmen, Technik und Partnerübungen, Sparring und Kondition, Dehnen und Cool-Down. In beiden gilt, dass Sparring kontrolliert stattfindet und nicht in der ersten Stunde auf dich zukommt. Und in beiden steckt derselbe Gedanke, der bei uns über allen Kursen steht: Jeet Kune Do bindet sich nicht an einen Stil, deshalb tauchen in beiden Kursen Elemente aus anderen Disziplinen auf.
Wenn dich am Ende doch der Boden interessiert, steht das im Vergleich MMA oder Grappling. Und wenn du zwischen Stand-Kampfsport und einem kontaktfreien Kurs schwankst, ist LES MILLS BODYCOMBAT die Variante ganz ohne Körperkontakt.
Wie eng die Regeln im Wettkampfboxen gefasst sind, steht in den Wettkampfbestimmungen des Deutschen Boxsport-Verbands. Im Training spielt das erst eine Rolle, wenn du in Richtung Wettkampf gehst.
Boxen oder Kickboxen: probier beide aus
Du hast zwei kostenfreie Probetrainings. Das ist genau die richtige Zahl für diese Frage. Nimm eine Einheit Boxen und eine Einheit Kickboxen, dann entscheidest du nicht nach einem Text, sondern nach zwei Abenden in der Jülicher Straße 216 in Aachen.
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Was du mitbringst und wie der Abend abläuft, steht auf der Seite zum Probetraining. Weitere Gegenüberstellungen findest du im Bereich Kampfsport vergleichen.
Häufige Fragen zu Boxen und Kickboxen
Was ist leichter zu lernen, Boxen oder Kickboxen?
Boxen hat den kleineren Werkzeugkasten und fühlt sich deshalb in den ersten Wochen übersichtlicher an. Bis eine Technik wirklich sitzt, dauert es in beiden Sportarten gleich lange.
Kann ich beides parallel trainieren?
Teilweise. Boxen und die Kickbox-Einsteigergruppe laufen dienstags und freitags zur selben Zeit. Für Einsteiger geht ohne Überschneidung Boxen am Donnerstag zusammen mit der Einsteigergruppe am Dienstag oder Freitag. Beachte außerdem, dass der Erwachsenentarif ein Training pro Woche umfasst.
Welche Variante hilft mehr bei der Selbstverteidigung?
Beide trainieren Reaktion unter Druck, und genau das ist der Teil, der überträgt. Kickboxen deckt mehr Distanzen ab, Boxen liefert die sauberere Handarbeit auf kurze Distanz. Wer Wert auf Bodenlagen legt, braucht zusätzlich Bodenkampf.
Ab welchem Alter kann ich in einen der beiden Kurse?
Die Erwachsenenkurse stehen ab 16 Jahren offen. Von 9 bis 15 Jahren trainierst du in der Samurai-Gruppe des Jugendtrainings, dort gibt es eigene Boxen- und Kickboxing-Einheiten.
Brauche ich für den Einstieg eigene Handschuhe?
Nein. Für das Probetraining reichen Sportkleidung, flache Schuhe oder Socken und Wasser. Eigene Handschuhe lohnen sich erst, wenn du weißt, in welchem Kurs du bleibst.